Erwerb der mexikanischen Staatsbürgerschaft neben der Deutschen?

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​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​veröffentlicht am 24. März 2025 | Lesedauer ca. 4 Minuten

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Erwachsene Deutsche konnten bisher die mexikanische Staatsbürgerschaft nur unter Aufgabe der deutschen Staatsangehörigkeit erwerben. Nach einer Änderung im deutschen Staatsangehörigkeitsrecht ist deutschen Staatsbürgern die doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt. Deutsche können also die mexikanische Staatsangehörigkeit neben der deutschen Staatsangehörigkeit aufnehmen. Und das hat interessante Vorteile: So ist es laut der mexikanischen Verfassung nur Mexikanern möglich, an Landesgrenzen und Küsten Immobilieneigentum direkt zu erwerben. 
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​ ​Was hat sich geändert?

Das bisherige deutsche Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) sah im Grundsatz keine doppelte Staatsbürgerschaft vor. Ausnahme gelten für alle Staatsangehörigen aus Mitgliedsstaaten der EU und solche Länder, mit denen bilaterale Abkommen zur Mehrstaatigkeit bestehen. Zwischen Deutschland und Mexiko besteht ein solches Abkommen nicht. Erwachsene deutsche Staatsbürger mussten zur Aufnahme der mexikanischen Staatsangehörigkeit ihre deutsche Staatsangehörigkeit aufgeben. 

Das am 27. Juni 2024 in Kraft getretene Gesetz zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts erlaubt nun Deutschen mit nur noch ganz wenigen Einschränkungen die doppelte Staatsbürgerschaft. 

Was verlangt das mexikanische Recht?

Aus mexikanischer Sicht müssen für den Erwerb der mexikanischen Staatsangehörigkeit die Anforderungen des mexikanischen Staatangehörigkeitsrechts („Ley de Nacionalidad“ und die zugehörige Verordnung) erfüllt werden. Regelfall ist ein gültiger Aufenthalt von mindestens fünf Jahren in Mexiko. Es gibt aber Ausnahmen für Nachkommen oder Ehepartnern von Mexikanern, für die verkürzte Wartefristen gelten.
 
Ähnlich wie in Deutschland müssen Antragsteller einen Einbürgerungstest absolvieren. In diese zeigen sie, dass sie die spanische Sprache beherrschen, mit der mexikanischen Geschichte vertraut sind und sich in die mexikanische Kultur integriert haben. In der Regel besteht der Test aus zwei Teilen, einem Geschichts- und Kulturtest und einem Spanischtest, die jeweils 10 Minuten in Anspruch nehmen und aus Multiple-Choice-Fragen bestehen. Für die Vorbereitung auf den Einbürgerungstest stellt die Secretaría de Relaciones Exteriores (SRE) eine offizielle Studienanleitung ​zur Verfügung, die von ihrer Website heruntergeladen werden kann.

Außerdem verlangt das mexikanische Recht von Ausländern zur Annahme der mexikanischen Staatsangehörigkeit eine Verzichtserklärung. Der Kandidat muss dem mexikanischen Staat gegenüber auf seine bisherige Staatsangehörigkeit sowie auf Unterordnung, Gehorsam und Treue gegenüber dem anderen Staat verzichten. Der Verzicht ist relativ und gilt nur in allen Belangen dem mexikanischen Staat gegenüber. So muss man beispielsweise auf den konsularischen Schutz des Ursprungslandes verzichten. Man gibt gegenüber Mexiko seine deutschen staatsbürgerlichen Rechte auf. Dies bedeutet aber nicht, dass man die deutsche Staatsbürgerschaft tatsächlich aufgeben muss. Insofern kann der deutsche Passinhaber beispielsweise trotz mexikanischer Staatsangehörigkeit weiterhin unter Nutzung der deutschen Staatsangehörigkeit visafrei in die USA einreisen. ​​

Welche Vorteile bietet die doppelte Staatsbürgerschaft?

Die doppelte Staatsbürgerschaft bietet das uneingeschränkte Recht, in Mexiko zu leben und zu arbeiten, politische Ämter zu bekleiden und an Wahlen teilzunehmen. In der Praxis sehr relevant ist, dass nur mexikanische Staatsangehörige Grundstücks- und Immobilieneigentum in den sogenannten „zonas restringidas“ erwerben dürfen. Diese erfasst den Korridor, der sich 100 km von den Landesgrenzen und 50 km von der Küste erstreckt.​​​

Indirekter Erwerb über ein „Fideicomiso“?

Ausländer können Grundstücke zu Wohnzwecken in dieser „zona restringida“ nur über den Umweg eines „Fideicomiso“ erwerben. Das Treuhandverhältnis selbst wird Erwerber des Grundstücks, und ein Treuhänder verwaltet es für den Begünstigten, der die Geldmittel als Treugeber in das Treuhandverhältnis einbringt. Diesem, also dem Ausländer, wird ein vertragliches unbeschränktes Nutzungsrecht als eine Art Nießbrauch eingeräumt. Er erwirbt aber kein Eigentum. Als Treuhänder dürfen nur staatlich autorisierte „instituciones fiduciarias“ agieren, die der Bankenaufsicht unterliegen. Mexikanische Banken haben aus dieser Regelung einen eigenen Geschäftszweig entwickelt und lassen sich die Dienstleistung durch jährliche Gebühren angemessen vergüten.
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Fazit

Die Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts eröffnet Deutschen, die in Mexiko leben und investieren wollen, neue Möglichkeiten. Sie erleichtert nicht nur den Erwerb von Immobilien, sondern unterstützt auch eine stärkere Integration in die mexikanische Gesellschaft. Wer die Voraussetzungen erfüllt, sollte diese Gelegenheit nutzen, um von den neuen Regelungen zu profitieren.​
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