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veröffentlicht am 2. Oktober 2019 | Lesedauer ca. 4 Minuten
Am Sonntag, den 6. Oktober 2019, wird in Portugal ein neues Parlament gewählt. Aktuellen Umfragen zufolge ist davon auszugehen, dass die Partei des seit Ende November 2015 regierenden portugiesischen Ministerpräsidenten, António Costa, die Wahl erneut gewinnen wird. Seine sozialdemokratische Volkspartei „Partido Socialista” (PS) ist derzeit die führende Partei des Landes, die bereits seither eine Minderheitsregierung führt.
Für ein besseres Verständnis über die aktuellen portugiesischen Parteien mit ihren Stimmenanteilen werden sie nachstehend namentlich genannt.1 Das portugiesische Parlament setzt sich aus insgesamt 230 Mitgliedern (Parlamentssitze) zusammen.
Derzeit vereinen die drei großen Parteien (PS, PSD, BE) die meisten Stimmen im Land. Jüngsten Prognosen zufolge liegt die PS bei 35,3 Prozent und ist derzeit die stärkste Partei im Parlament, gefolgt von der Oppositionspartei PSD, die bei 28,9 Prozent liegt. Den dritten Platz belegt die BE mit 9,1 Prozent, gefolgt von der CDU mit 7,8 Prozent. Danach folgen die CDS-PP (Oppositionspartei) mit 4,5 Prozent, die PAN mit 3,2 Prozent sowie Sonstige.
Demzufolge ist davon auszugehen, dass die PS wieder gewählt wird. Es besteht zudem eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Sieger erneut eine Minderheitsregierung bilden wird, da die PS nach dem Wahlergebnis voraussichtlich keine eigene absolute Mehrheit erzielen wird. Eine erneute Unterstützung für eine Regierungsbildung, wie das bisher durch die BE und die CDU erfolgt ist, wäre denkbar. Alle drei Parteien kämen dann vermutlich insgesamt auf mehr als 50 Prozent. Die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen vier Jahre hat vermutlich dazu beigetragen, dass die PS diesen hohen Stimmenanteil erhalten hat. Zudem bietet Portugal u.a. auch aufgrund seiner hervorragenden Infrastruktur zahlreiche Wirtschaftspotentiale mit idealen investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen mit Steuervorteilen für deutsche Investoren. Insbesondere seit den letzten Jahren wurde von der Regierung eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt, um die Wirtschaft für in- und ausländische Unternehmen zu fördern, was sich bislang auch deutlich gezeigt hat. Darüber hinaus ist der Rückgang der Staatschuldenquote, die seit dem Jahr 2012 den niedrigsten Stand erreicht hat, eine weitere positive Auswirkung auf die Wirtschaft Portugals. Seither befindet sie sich im stetigen Aufschwung und soll in 2019 noch weiter wachsen. Interessenten erwarten weiterhin verbesserte Investitionsbedingungen, Stabilität sowie weitere liberale Wirtschaftsreformen. Es ist davon auszugehen, dass das Wahlergebnis auch für die weitere künftige politische und wirtschaftliche Entwicklung Portugals keinen Einfluss auf das Verhalten deutscher Investoren haben wird. 1 Darüber hinaus gibt es noch weitere Parteien ohne derzeitigen Parlamentssitz, die aufgrund der kurzen Darstellung nicht genannt werden.
Nicola Lohrey
Rechtsanwältin, Avocat à la Cour
Geschäftsführende Partnerin
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