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veröffentlicht am 6. März 2019
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) forcieren einen grundlegenden Wandel in der Mobilität. Mit einer Mobilitätsplattform und damit korrespondierenden Mobilitätshubs wird ein „Bündnis für die Mobilität von morgen” initiiert. Mit dem Konzept sollen alle vorhandenen Mobilitätsdienste der Stadt vernetzt und aus einer Hand angeboten werden. Darüber hinaus testen die BVG derzeit einen Chat-Bot zur schnellen und bargeldlosen Abwicklung des Ticketkaufs.
Die Mobilitätsplattform fokussiert die im Stadtgebiet vorhandenen Mobilitätsdienstleistungen und vereint in nur einer App möglichst alle Angebote von Bahnen, Bussen, Sharing-Fahrzeugen (Auto, Roller, Fahrrad, elektrische Tretroller), Taxis und On-Demand-Verkehren. Die App beinhaltet alle relevanten Funktionen, um von A nach B zu kommen. Neben einer Routenplanung können Fahrten reserviert und direkt bezahlt werden. Das Angebot soll im Sommer starten und bis Ende 2021 pilotiert werden.
Als Ergänzung dazu entstehen in der analogen Welt zahlreiche Mobilitätshubs. Diese Knotenpunkte entstehen an einzelnen Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs und verfügen über die verschiedenen Sharing-Fahrzeuge, die wiederum digital über die App gebucht werden können. Sofern es die baulichen Rahmenbedingungen zulassen, werden einige Mobilitätshubs mit weiteren Services ausgestattet, bspw. Packstationen, Shops und Toiletten.
Darüber hinaus testen die BVG derzeit einen Chat-Bot, der über den Facebook-Messenger verfügbar ist. Im deutsch- oder englischsprachigen Dialog mit dem TicketBot und der Betätigung einer entsprechenden Tastenauswahl kann der Kunde eine Tageskarte erwerben. Der Kauf erfolgt somit bargeldlos in der Messenger-App und erfordert keine Registrierung. Die Tageskarte wird im Anschluss digital im Messenger angezeigt. Da für das Angebot überwiegend bei Touristen großes Nachfragepotenzial gesehen wird, erfolgt der Test des Chat-Bots während der Tourismusmesse ITB. Laut Unternehmensangaben soll der Dienst für weitere Fahrkartenkategorien ausgeweitet werden, sofern die Testphase erfolgreich verläuft.
Die BVG zeigen, wie eine Verknüpfung analoger und digitaler Maßnahmen den öffentlichen Nahverkehr für den Nutzer praktikabler und ergo attraktiver gestalten kann. Durch die verbesserten Möglichkeiten zur Kombination einzelner Verkehrsmittel kann die Multimodalität vorangetrieben und Stadtbewohner dazu motiviert werden, das eigene Auto stehen zu lassen.
Kompass MobilitätAusgabe 06/2019
Jörg Niemann
Diplom-Jurist
Partner
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