Mediation – Was ist das nochmal?

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​​​​​​​​​​​​​​​​​veröffentlicht am 21. Oktober 2024


In einem Mediationsverfahren werden mehrere Phasen durchlaufen, beginnend mit der Einführungsphase, in der der Mediator das Verfahren erklärt. Anschließend werden Konfliktthemen gesammelt, Interessen herausgearbeitet und Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Schließlich wird eine Einigung formuliert, die von den Parteien festgehalten wird.


Was bedeutet: „Interessen werden herausgearbeitet”?

Interessen sind die Bedürfnisse, Wünsche oder Ziele von Individuen oder Gruppen, die ihr Verhalten und ihre Entscheidungen leiten. Sie können in verschiedene Kategorien unterteilt werden, wie z.B. manifeste und latente Interessen, subjektive und objektive Interessen sowie partikulare und universale Interessen.

Im Mediationsverfahren wird versucht die Interessen der Teilnehmenden möglichst umfassend und in die Tiefe gehend zu ermitteln.

Wozu dient die Erforschung von Interessen?

Die Interessensermittlung im Mediationsverfahren dient dazu, die tatsächlichen Bedürfnisse und Wünsche der Parteien zu identifizieren, was die Entwicklung bedürfnisorientierter Lösungen fördert. Sie verbessert die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien und ermöglicht kreative Lösungsansätze, die in einem gerichtlichen Verfahren möglicherweise nicht in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus stärkt sie die Beziehungen zwischen den Parteien, indem sie kooperative Lösungen anstrebt und das Risiko von anhaltenden Konflikten verringert.

Und was macht dabei eigentlich der Mediator?

Der Mediator hilft den Parteien, ihre tatsächlichen Bedürfnisse und Interessen zu identifizieren, indem er eine offene Kommunikation fördert und gezielte Fragen stellt. Dies ermöglicht den Parteien, von festgefahrenen Positionen abzurücken und sich auf die zugrunde liegenden Anliegen zu konzentrieren, was neue Perspektiven eröffnet.

Der Mediator strukturiert und organisiert die verschiedenen Phasen der Mediation, einschließlich der Konfliktdarstellung und der Themensammlung. Diese Struktur hilft den Parteien, fokussiert zu bleiben und alle relevanten Themen systematisch zu bearbeiten.

Auf Basis der erarbeiteten Interessen unterstützt der Mediator die Parteien dabei, gemeinsam kreative Lösungsvorschläge zu entwickeln. Er fördert eine Atmosphäre der Offenheit und Zusammenarbeit, in der alle Vorschläge fair betrachtet werden können.

Mediation wagen? Auf jeden Fall!

Denn das Mediationsverfahren eröffnet einen bunten Blumenstrauß an Lösungsmöglichkeiten, der von den Parteien in einem bilateralen oder gerichtlichen Verfahren vielfach nicht einmal erkannt und jedenfalls nicht befördert wird.

Gerade in Konfliktfällen rund um Miete und Wohnungseigentum stellt das Mediationsverfahren eine schnelle und kostengünstige Alternative zu langwierigen Gerichtsverfahren dar. Neben dem Zeit- und Kostenfaktor schlägt für die Wahl des  Mediationsverfahrens zu Buche, dass in diesem Verfahren die oft angespannten Beziehungen zwischen den Parteien langfristig und dauerhaft verbessert werden und kreative und maßgeschneiderte Lösungen entwickelt werden. ​
 

Mehr rund um das Thema Mediation erfahren Sie im nächsten Blogbeitrag oder direkt bei uns! Sprechen Sie uns gerne an.

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Ester Thanner LL.M.

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Wirtschaftsmediatorin (MuCDR), Zertifizierte Mediatorin

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